5. Juni 2009
Die Redaktion empfiehlt:
Literarisch-phantastische Meisterwerke
Space Opera: Der illustrierte Mann, Die Mars-Chroniken, Fahrenheit 451
von Ray Bradbury
ISBN: 978-3-257-06650-0
von Ray Bradbury
ISBN: 978-3-257-06650-0
Den Titel »Space Opera«, den der Verlag für die Edition gewählt hat, finde ich ein wenig unpassend; da er aber auf der eigentlichen Kassette nicht zu sehen ist, stört es nicht weiter. Enthalten sind der Roman »Fahrenheit 451«, die Kurzgeschichtensammlung »Der Illustrierte Mann« und der Episodenroman »Die Mars-Chroniken«. Alle drei Bücher gehören zu den Werken, die man als Science-Fiction-Fan gelesen haben sollte, und diese Edition ist eine ideale Möglichkeit, sie noch einmal zu lesen. (So habe ich's zumindest getan, wobei ich »Die Mars-Chroniken« wohl zum dritten oder vierten Mal im Verlauf der letzten dreißig Jahre gelesen habe ...)
Ray Bradbury wurde 1920 geboren; um seine Schriftstellerei finanzieren zu können, trug er jahrelang Zeitungen aus. Er verfasste zahlreiche Kurzgeschichten; angeblich entstanden über 500, und Bradbury selbst verlor im Verlauf der Jahrzehnte den Überblick. Seine Hauptwerke, die ihn berühmt machten, stammen aus den fünfziger Jahren. Dazu zählen auch die drei Bücher, welche die vorliegende Edition bilden.
Immer wieder wurden Bradburys Kurzgeschichten zu Sammlungen zusammengefasst, und die wichtigste davon dürfte »Der Illustrierte Mann« sein. Hier werden die Storys durch eine Rahmenhandlung verbunden, in der es um einen tätowierten Mann gibt - mittels der Bilder auf seiner Haut werden letztlich die Geschichten erzählt. Teilweise handelt es sich um lupenreine SF-Geschichten, teilweise sind es literarische Spielereien. Sie alle stellen Menschen ins Zentrum, sie alle sind von einer sanften Melancholie durchzogen, sind sprachlich schlicht und gehen doch tief ins Bewusstsein; jede dieser Geschichten ist ein Meisterwerk, vor dem ich nur den Hut ziehen kann.
»Die Mars-Chroniken« beschreiben die Kolonisation des Roten Planeten, doch handelt es sich dabei nicht um einen konsequent erzählten Roman. Die einzelnen Abschnitte entstanden als Kurzgeschichten, die erst später zusammengefasst wurden, und man kann die meisten auch für sich lesen. Die Besiedelung des Mars ist, so wie sie Bradbury schildert, eine eigentlich recht traurige Angelegenheit - seine Darstellung ist von daher eine zutiefst amerikanische Geschichte, die auf die Besiedelung des sogenannten Wilden Westens verweist. Die vorliegende Edition enthält die Neuausgabe der »Mars-Chroniken«, in der zusätzliche Geschichten sowie ein Vorwort des Autors abgedruckt worden sind - somit ist die Neuausgabe auch für jeden Leser ein Genuss, der das Buch schon kennt.
Der einzig »echte« Roman in dieser Kassette ist »Fahrenheit 451«, die Geschichte des Feuerwehrmanns Guy Montag in einer nahen Zukunft, dessen Profession es nicht ist, Feuer zu löschen, sondern Bücher und Häuser zu verbrennen, nötigenfalls auch Menschen. Vor dem Hintergrund eines großen Krieges, der anscheinend bevorsteht, trifft Guy Montag ein junges Mädchen, und die Gespräche mit ihr verändern zuerst sein Denken und dann sein Leben. Über fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen ist »Fahrenheit 451« nach wie vor ein beeindruckender Roman über die Macht der Medien und die Macht der Angst, aber auch über die Macht der Freiheit und den Stolz freier Menschen, die sich ihre Würde nicht nehmen lassen möchten.
Die drei Bücher sind hervorragend gestaltet: Jedes ist in Leinen gebunden und mit einem Lesebändchen ausgestattet. Der Schuber, in dem sie sich befinden, ist stabil und liegt ebenso gut in der Hand wie die einzelnen Bücher.
»Space Opera«, die hier besprochene Edition, umfasst insgesamt 960 Seiten und kostet 39 Euro. (Wem das zu teuer sein sollte, dem empfehle ich dringend, sich die drei Bücher als preiswerte Taschenbücher zu besorgen. Das geht ja auch! Ihr werdet die Lektüre nicht bereuen!) Mit Hilfe der ISBN 978-3-257-06650-0 gibt es die Bücher überall im Buchhandel, ebenso über Versender wie amazon.de.



