Hauptseite

Aktuell Produkte Information Kommunikation Unterhaltung

Kurzinfo
Thunderbolts
von Warren Ellis






3. September 2008

Klaus N. Frick empfiehlt:
Die Woche der Ami-Comics (Teil 3)

 
Superhelden zwischen Gut und Böse
Die »Thunderbolts« gehören zu den zahlreichen Helden-Teams des Marvel-Universums, ein Haufen von Superhelden, die in immer neuen Zusammensetzungen für Aufsehen sorgten. In der aktuellen Marvel-Geschichtsschreibung, die davon geprägt ist, dass sich Superhelden von einer Regierungsbehörde registrieren lassen müssen, werden die aktuellen »Thunderbolts« auf einmal zu einer Gruppierung, die komplett zwischen allen Stühlen steht. Und das wiederum ist die Handlung, die im ersten »Thunderbolts«-Paperback erzählt wird, das jetzt neu auf den deutschen Markt gekommen ist.

Zu den »Thunderbolts« gehören in der neuen Story sogenannte Superschurken, also Wesen, die bisher als Killer bekannt geworden sind. Der gemeingefährliche Auftragsmörder Bullseye und der monströse Venom sind zwei der neuen Team-Mitglieder; dazu zählen andere Schurken, die hierzulande bislang kaum bekannt sind. Teilweise wurden sie in das Team gezwungen, teilweise sind sie einfach nur des Geldes wegen dabei. Gewaltbereit sind sie alle, hart auftreten gehört zu ihrem »Geschäft«. Und so zieht ein neues Team unter einem alt bekannten Namen los, gegen andere Superhelden zu kämpfen ...

Rasant erzählt wird die Geschichte von Warren Ellis, den ich für einen der besten Comic-Autoren überhaupt halte. Die Dialoge sind knapp und schnell, die Art der Erzählung »erwachsen« und nicht von einem klaren Gut-Böse-Schema geprägt. Die Action treibt die Geschichten voran, trotzdem ist die Rahmenhandlung klug und durchdacht. Zeichnerisch hält sich der Band ebenfalls auf hohem Niveau - kein Wunder, zeichnet doch Mike Deodato jr. für die Grafik verantwortlich, und dieser gehört zu den besten seines Genres.»Thunderbolts«
Man muss die Geschichte des »Civil War« wirklich nicht kennen, um dieses Album zu verstehen. Sicher wäre es hilfreich, mehr über die Hintergründe zu wissen, aber man braucht sie nicht, um der Story folgen zu können. Das liegt sicher an der respektlosen Art, mit der sich Warren Ellis dem Marvel-Universum nähert: Der Brite hat nicht diese innere Fan-Verbundenheit, mit der viele Autoren an Marvel-Geschichten herangehen, und betreibt seine Story-Arbeit stets mit Augenzwinkern und dem knallharten Versuch, liebgewordene Gewohnheiten über Bord zu werfen.

Wer schauen möchte, was im Superhelden-Genre möglich ist (ohne dass man alles über den Haufen wirft), sollte einen Blick in »Thunderbirds: Die Initiative 1« werfen. Die Story ist schnell und macht einfach Spaß; die insgesamt sechs Hefte, die hier zusammengefasst wurden, lassen mich neugierig auf eine Fortsetzung hoffen. Das Paperback umfasst 148 Seiten und kostet 16,95 Euro; zu kaufen ist es im guten Comic-Fachhandel, direkt beim  Verlag sowie bei diversen Versendern.

 Klaus N. Frick