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Kurzinfo
 Die Macht des Todessterns
von Michael Reaves & Steve Perry
ISBN: 978-3442265664






19. August 2008

Björn Berenz empfiehlt:
»Das ist kein Mond. Das ist eine Raumstation!«

 
Der Todesstern. Eine riesige Raumstation, deren Feuerkraft so gewaltig ist, dass sie ganze Planeten auslöschen kann. Seit über 30 Jahren steht das imperiale Monstrum in der Popkultur als Synonym für das abgrundtief Böse. Bis jetzt! Denn nun wagt sich ein Buch zurück zum »Krieg der Sterne« und versucht, den Todesstern von einer völlig anderen Seite zu zeigen. Diesmal aus der Sicht des Imperiums.

»Die Macht des Todessterns« geht der Frage auf den Grund, die vielen Fans seit Jahrzehnten unter den Fingernägeln brennen: Was steckte wirklich hinter dem Todesstern? Wie wurde er gebaut? Und wie lebten die Menschen in der kompromisslosen Zerstörungsmaschine? Die Autoren Michael Reaves und Steve Perry beleuchten den Todesstern aus einem völlig neuen Blickwinkel. Nicht die Rebellen stehen im Mittelpunkt, diesmal sind es die Menschen, die diese Todesmaschinerie aufrechterhalten. Bordkanoniere, Kantinenbedienstete, Ärzte, einfache Arbeiter.

Besonders fesselnd beschrieben wird der Werdegang des imperialen Flottenobergeschützoffiziers Tenn Graneet. Von einem kleinen Sternenzerstörer wird er auf den Todesstern beordert und darf schon bald die größte Laserkanone der Galaxis bedienen. Die Waffe, mit der er wenig später den Planeten Alderaan zerstört - und damit Millionen von Menschenleben auslöscht. Den Autoren ist es erstklassig gelungen, die Gefühlswelt dieses Soldaten darzustellen, der zunächst Feuer und Flamme für das Imperium ist und viel zu spät erkennt, dass er der falschen Sache dient.

Während sich der Roman anfangs recht kurzweilig lesen lässt, verliert er zur Mitte hin deutlich an Fahrt. Die Autoren halten sich zu sehr an Kleinigkeiten auf und sorgen mit undienlichen Details dafür, dass jeglicher Anflug von Spannung im Keim erstickt wird. Dabei ist auch der langatmige Aufbau einer ermüdenden Liebesromanze zwischen der Barkeeperin Memah Roothes und dem Chirurgen Uli Devini nicht unbedingt hilfreich ...

Das letzte Buchdrittel bewegt sich im Handlungszeitraum von Episode IV, «Krieg der Sterne« und zieht das Tempo noch einmal ordentlich an: Immer wieder trifft man auf bekannte Filmszenen, die diesmal jedoch aus der Sicht von Besatzungsmitgliedern des Todessterns geschildert werden. Das ist spannend und sehr lebendig erzählt. Bewusst verwenden die Autoren Dialoge aus dem Film und rücken damit bekannte Szenarien in ein völlig neues Licht. Das große Finale führt natürlich in die unvermeidbare Zerstörung der Kampfstation.

Fazit
Für »Star Wars«-Fans ist »Die Macht des Todessterns« eine sehr erfrischende Lektüre, wenngleich die großen Offenbarungen ausbleiben. Zwar werden hin und wieder interessante Details enthüllt, zum Beispiel, dass Alderaan nicht der erste Planet war, der dem Todestern zum Opfer fiel. Der große Aha-Effekt bleibt jedoch aus. Von einem 480 Seiten umfassenden Buch hätte ich persönlich mehr Tiefgang in der Story erwartet.

Trotz dieser negativen Aspekte hat es mir Spaß gemacht, zurück zum »Krieg der Sterne« zu kehren. Schon allein aus nostalgischen Gründen gebe ich dem Buch drei und einen halben von fünf zu erreichenden Todessternen.

Der  blanvalet-Verlag bietet auf seiner Internetseite die Möglichkeit, vorab in den Todesstern hineinzuschnuppern. Einfach diesem  Link folgen und 38 Seiten Probelesen.

Das Taschenbuch kann mit Hilfe der ISBN 978-3442265664 zum Preis von 13 Euro in jeder Buchhandlung und in Online-Versandhäusern, wie zum Beispiel Amazon bezogen werden.

 Björn Berenz