30. Juli 2008
»…was, wenn man das Tor zu einer parallelen Welt entdeckt? Wenn man in tausend verschiedene Welten reisen könnte? Wir haben dieselbe Zeit und sind dieselben Menschen, aber sonst ist alles anders. Das Problem ist nur: Wie kommen wir wieder nach Hause …?«
(Vorspann zu Staffel 3)
Ich weiß, eigentlich sollte man bei der Empfehlung einer Serie mit dem Anfang beginnen, doch in diesem Fall muss ich eine Ausnahme machen, da mir zur Rezension lediglich die dritte Staffel zur Verfügung gestellt wurde. Okay, so bleiben wir wenigstens aktuell, und das Grundprinzip von »Sliders« ist ohnehin schnell erzählt:
Der talentierte Physikstudent Quinn Mallory hat sich auf die Stringtheorie spezialisiert und ein Gerät entwickelt, mit dem er das Tor in andere Parallelwelten öffnen kann. Beim ersten Praxis-Test verschlägt es ihn mitsamt Freundin und seinem Physikprofessor tatsächlich in eine andere Dimension - jedoch verlieren sie die Verbindung zur Ursprungswelt. Nun sind sie gezwungen, von einer Parallelwelt in die nächste zu springen, um vielleicht irgendwann wieder zurück nach Hause zu finden. So handelt jede Folge von einem neuen Sprung in eine Welt, die auf den ersten Blick mit der unseren identisch ist. Doch schnell wird klar, dass es kleine aber feine Unterschiede gibt …
Diesem Schema bleibt man in der dritten Staffel treu. Wieder beginnt jede Folge in einer anderen Dimension und endet mit einem - oftmals in letzter Sekunde - gelingenden Sprung in ein sich gerade öffnendes Wurmloch. Stimmt, das hat ein wenig was von »Und täglich grüßt das Murmeltier«. Nur eben ohne Murmeltier, Bill Murray - und leider auch ohne Humor.
Die Episoden der ersten beiden Staffeln strotzten nur so vor überraschenden Wendungen und tollen Ideen. Bei der dritten Staffel spürt man hingegen, dass die besten Einfälle alternativer Welten bereits verwendet wurden. Neue Impulse werden schmerzlich vermisst, das Serien-Konzept wirkt abgenutzt. Vielleicht liegt es daran, dass Schöpfer und Mastermind Tracy Tormé nach »unüberbrückbaren Differenzen« mit dem Produktionsstudio das Handtuch schmiss und fortan ein anderer seinen Job übernehmen musste.
Dass es die »Sliders« dennoch auf beachtliche fünf Staffeln geschafft haben, ist wohl nur der Hartnäckigkeit des Produktionsstudios zuzuschreiben. Denn die Hauptdarsteller haben aufgrund sinkender Einschaltquoten die Serie nach und nach verlassen. In der letzten Staffel sind kaum noch Schauspieler aus der Originalsetzung dabei. Das spricht für sich …
Fazit:
Eigentlich ist »Sliders« eine wirklich interessante Serie mit vielen guten Ideen, die besonders in den ersten beiden Staffeln toll umgesetzt wurden. Leider kann die dritte Staffel das hohe Niveau ihrer Vorgänger nicht halten. Zwar finden sich unter den 25 Folgen durchaus Episoden, die überzeugen können und zum Nachdenken anregen, aber die Frustmomente aufgrund schlechter Drehbücher und veralteter Animationstechniken überwiegen. Schade!
Empfehlenswert ist der Griff daher vorrangig zu den ersten beiden Staffeln, die es nun übrigens als Komplettbox für 35 Euro gibt. Die dritte Staffel besteht aus 25 Folgen, aufgeteilt auf sieben DVDs, und ist ebenfalls für 35 Euro, zum Beispiel bei Amazon, erhältlich.
Björn Berenz