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Kurzinfo
 Ich bin Legende
von Richard Matheson
ISBN: 978-3-453-50155-3






4. Juni 2008

Klaus N. Frick empfiehlt:
Legendärer SF- und Horror-Klassiker

 
»I Am Legend« ist der jüngste Science-Fiction-Erfolg aus Hollywood; Will Smith spielt die Hauptrolle in der dritten Verfilmung eines klassischen Themas. Die Chance nutzte der Heyne-Verlag, den von 1954 stammenden Original-Roman von Richard Matheson in einer Taschebuch-Ausgabe auf den Markt zu bringen: leider mit einem grausigen Titelbild, dafür aber mit zusätzlichen zehn Geschichten aus verschiedenen Schaffensperioden des Autors.

Die Geschichte selbst dürfte bekannt sein: Robert Neville glaubt, er sei der letzte Mensch auf der Erde. Er verschanzt sich in seinem Haus in Los Angeles, wo er von schauderhaften Vampiren belagert wird. Tagsüber macht er Jagd auf sie und tötet sie erbarmungslos - da schlafen sie im Schutz dunkler Räume oder in Kellern - mit Holzpflöcken, nachts verteidigt er sich in seinem Haus mit hölzernen Kreuzen und Unmengen von Knoblauch. Der Alkohol wird langsam zu seinem besten Freund, seine Moral verfällt, und er erkennt, dass er sich immer weiter von seinen eigenen Idealen entfernt. Doch dann taucht ein Hund auf der Straße auf, und Neville beschließt, mit dem anscheinend letzten Tier auf der Erde Freundschaft zu schließen ...

Mit der Hollywood-Verfilmung hat der Original-Roman aus dem Jahr 1954 nicht viel zu tun. Auch die bekannte Verfilmung »Der Omega-Mann« mit dem unlängst verstorbenen Charlton Heston weicht stark vom Original ab. Umso beeindruckender liest sich die über fünfzig Jahre alte Geschichte, die Matheson bizarrerweise Ende der 70er Jahre angesiedelt hat; sie hat nichts von ihrer sprachlichen und inhaltlichen Stärke verloren.

Die charakterliche Veränderung des Helden wird in einem glasklaren Stil geschildert, wie man ihn heutzutage selten antrifft. Matheson beschränkt sich auf das nötigste; verzichtet auf endloses Gelaber oder seitenweise Monologe. Die stilistische Kargheit in diesem Roman erzeugt trotzdem eine Spannung, die mitreißt. An der Person des Robert Neville exekutiert der Schriftsteller auch den Niedergang eines Menschen, vielleicht sogar der gesamten Menschheit, wenn man das ganze allegorisch sehen möchte.

Man tut dem Werk unrecht, wenn man es als Vampir- oder als Horror-Roman einstuft. Zwar weist es alle Elemente davon auf, gleichzeitig aber ist es lupenreine Science Fiction: Neville versucht mit wissenschaftlichen Methoden herauszufinden, warum sich die Vampire so verhalten, wie es in Romanen und Filmen beschrieben wird. Gegen Ende des Romans spitzt sich die Sache ohnehin zu, und der wahre Charakter des Titels wird klar.

Die zehn Geschichten, die das Buch ergänzen, sind übrigens mehr als nur Beiwerk. Es handelt sich nicht nur um »Short stories«, sondern auch um längere Erzählungen, mal Horror, mal Krimi, mal Science Fiction. Großartig die Geschichte des angehenden Schriftstellers, der die Welt mit seinem Hass verfolgt, weil er nicht schreiben kann; packend die Geschichte von den jungen Mädchen, die als Waffen in einen infernalischen Krieg eingesetzt werden.

Insgesamt umfasst das Taschenbuch 400 Seiten; es kostet 8,95 Euro. Mit Hilfe der ISBN 978-3-453-50155-3 kann es in jeder Buchhandlung oder über Versender wie amazon.de bezogen werden. Und wer ein bisschen hineinschnuppern will, kann dies mithilfe einer  Leseprobe auf der Verlags-Homepage tun.

 Klaus N. Frick