Autorenblog von Atlan-Autor Achim Mehnert

Achims Blog

Mein Leben spielt sich ab zwischen Dom und Rhein. Zwischen Schreibtisch, Fußballplatz, Konzerthalle und Kneipe. Auf der Straße. Virtuell und in der Wirklichkeit. Und sogar in den Köpfen mancher Leute. Ein bißchen von alledem findet hier seinen Niederschlag.

Dudelsack und roter Hut

Hansrudi Wäschers Ritter Falk von Steinfeld und Bingo Della Rocca setzen ihre Reise in den Süden fort, sowohl in ihrer als auch in unserer Realzeit. Den Winter über haben sie gerastet und es sich in der Wärme einer Burg gutgehen lassen, da der Weg über die Alpen unpassierbar war – und ich habe sie rasten lassen. Nun, bei Frühjahrseinbruch, sind die Wege und Pfade schneefrei und die Brücken und Steige im Gebirge wieder passierbar. Wir erinnern uns: Bingo hat einerseits Sehnsucht nach seiner Heimat und möchte sie endlich wieder einmal besuchen, und andererseits braucht er neue Zutaten für seine Zaubertricks, die er nur im Morgenland erhält.
 
Mit einem Lächeln im Gesicht habe ich die Arbeit an einem weiteren Manuskript für die Falk-Buchreihe beendet. Zumindest kam es mir so vor, denn es gab eine Menge witziger Szenen, die nicht weniger Spaß gemacht haben als die spannenden und actionreichen. Im Vergleich zu den ersten sechs Falk-Büchern sticht ein Unterschied hervor. Es gibt keine stringente Romanhandlung, wie der Leser es gewohnt ist, da es sich bei der Adaption nicht um eine lange Wäscher-Geschichte handelt. Stattdessen umfasst die Buchversion den Inhalt von fünf Falk-Sonderbänden. Ich würde es vergleichen mit fünf Kurzgeschichten oder Erzählungen, die jeweils in sich abgeschlossen sind, allerdings durch einen sie miteinander verbindenden roten Faden durchaus auch als Roman gelesen werden können. Erscheinen wird das Buch nach dem noch ausstehenden 6. Abenteuer Eine Sage wird Wirklichkeit. Ein Titel steht derzeit noch nicht fest.
 
Natürlich ist der Reiseweg – was unsere Helden erfahren müssen und Autor und Leser gleichermaßen freut – lang und steckt voller Gefahren. So ist die Überschrift dieses Posts nicht willkürlich gewählt. In der Geschichte spielen sowohl ein Dudelsack als auch ein markanter roter Hut wichtige Rollen. In einer Burgruine sehen sich Falk und Bingo zudem unvermittelt einem fliegenden Geist gegenüber. Ein alter Freund Bingos scheint zum geldgierigen Vampir geworden zu sein, und die Freunde treffen sogar auf einen Drachen und einen Drachentöter. Wenn da mal alles mit rechten Dingen zugeht.

Classic Rock 58

In der März-Ausgabe meines bevorzugten Musik-Magazins beschäftigen sich Redakteure und Mitarbeiter mit den „100 besten Alben der 80er“. Eine solche Aufstellung ist natürlich subjektiv bis zum geht-nicht-mehr, und das ist das Gute daran. Man mag zustimmen, man kann zweifeln, man darf sich daran reiben. Es gibt Konsens, es gibt Dissens. Wie schlimm wäre es doch, hätten alle den gleichen Geschmack. Ich mag solche Contests, ähnlich wie die Jahresrückblicke im Best-of-Modus. In den vorliegenden Top 100 findet sich alles: von Industrial (Bauhaus) bis Punk (Dead Kennedys), von AOR (Foreigner) bis Heavy Metal (Metallica), von Folk-Punk (The Pogues) bis zu Singer/Songwriter-Folk (Bob Dylan), dazu ganz viel Pop und einige Sachen, die ich nicht zuordnen kann – was man ja auch beileibe nicht bei allem muss.

Auf dem Siegertreppchen tummelt sich der Heavy Metal. Auf Platz 3 liegt High'n'Dry von Def Leppard, davor rangiert Van Halen mit Women And Children First, und ganz oben steht Black Sabbath mit dem durchaus epochalen Heaven And Hell. Sechzehn der aufgeführten Alben sind in meinem Besitz, manche kenne ich nicht, nicht einmal die Bands. Bei anderen wundere ich mich. Iron Maidens Piece Of Mind statt Number Of The Beast? Springsteens Tunnel Of Love statt des Jahrhundertwerks Born In The USA? Von den Großtaten der Dire Straits gar nichts? Auch keine Guns'N'Roses? Die Regeln könnten eine Erklärung dafür liefern, zum Beispiel: „Die bekanntesten Alben sind tabu.“ Aha. Neil Youngs Freedom ist dabei und wäre es bei mir auch. Aber Manowar mit Battle Hymns? Nun ja. Aber wie gesagt, darüber kann man trefflich streiten, und das ist schön.
 
Selbstverständlich hat die 58. Ausgabe von CLASSIC ROCK auch darüber hinaus eine Menge zu bieten. Die Rückblende dreht sich diesmal um Randy Rhoads. Ozzys Knappe starb vor 35 Jahren bei einem Flugzeugabsturz. Kein Jahr zuvor war der junge Ausnahmegitarrist vom Fachblatt Guitar Player als bestes neues Talent ausgezeichnet worden. Eine Tragödie, fürwahr. Chris Franzkowiak würdigt in seinem Artikel „Judas Priest – Zeitgeist auf der Überholspur“ das vor 30 Jahren erschienene bahnbrechende Album Turbo, und die Werkschau-Auslese widmet sich den AOR-Urgesteinen Survivor. Dass die Wirklichkeit die Berichterstattung zuweilen weit hinter sich lässt oder gar ad absurdum führt, beweist der Tod von Rick Parfitt. Wurde in der vorigen Ausgabe noch verkündet, der Status Quo-Gitarrist befinde sich nach schweren gesundheitlichen Problemen auf dem Weg der Besserung, gibt es diesmal einen Nachruf auf den jüngst Verstorbenen. Auch das tragisch.

Hubert Haensel - Unendliches All

Darauf muss ich an dieser Stelle natürlich unbedingt hinweisen, weil ich mich über die Veröffentlichung freue: Nun ist er da, der lang erwartete Nick-Roman von Hubert Haensel. Mit Band 8, Unendliches All, legt der bekannte Autor, der unter anderem für Perry Rhodan schreibt und für Ren Dhark schrieb, einen Gastbeitrag für die Nick-Reihe vor, auf den viele seiner Fans gewartet haben.

Fan war er selbst einmal. Als Jungen brachten ihn Hansrudi Wäschers Nick-Comics zur Science Fiction, und so schließt sich in gewisser Weise ein Kreis. Denn für Hubert war es eine Herzensangelegenheit, selbst einmal schriftstellerisch in Nicks Welt einzutauchen und dem Weltraumhelden aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts literarisches Leben einzuflößen. Das ist ihm mit seinem Roman in beeindruckender Weise gelungen.

Michael H. Buchholz 1957 - 2017

Ich konnte es kaum glauben, als ich vor einer Stunde erfuhr, dass Michael H. Buchholz gestorben ist. Ich wusste nicht, dass er anscheinend schon länger schwer krank war. Kein Wunder, ich kannte ihn kaum.

Wir sind uns bei irgendwelchen Veranstaltungen zwei oder drei Mal persönlich über den Weg gelaufen, beispielsweise beim Perry Rhodan Weltcon 2011 in Mannheim, haben bei diesen flüchtigen Begegnungen aber nicht mehr als ein paar Sätze gewechselt.

Als Autor war Michael in der Science Fiction-Szene wohl schon länger aktiv, so schrieb er einige Beiträge zu den Atlan-Miniserien. Richtig bewusst wurde mir sein Name aber erst im Zuge der Atlan-Taschenbücher, als er, ich und Rüdiger Schaefer 2007 die Rudyn-Trilogie schrieben. Es war unsere erste und einzige Zusammenarbeit.

Zuletzt verfasste Michael die Exposés für Perry Rhodan Neo, die Neuschreibung der Perry Rhodan-Serie. Dies tat er seit etwa zwei Jahren gemeinsam mit Rüdiger Schaefer. Mit Michael verliert die Szene einen weiteren kreativen Kopf. Michael H. Buchholz starb am 6. März 2017, wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag.

Teleportationstore und Unterwassermenschen

Nach dem dieser Tage erscheinenden siebten Nick-Roman - den Gastroman des bekannten Schriftstellers Hubert Haensel habe ich bereits früher erwähnt - habe ich wieder das Steuer von Nicks Sternenschiff übernommen. Inzwischen habe ich die Arbeit an der achten Romanadaption abgeschlossen. Sie ist recht umfangreich ausgefallen, mehr als zwei Heftromanlängen schlugen am Ende zu Buche.

Nick, der Weltraumfahrer, ist mit dem Kugelraumer in den Randbereichen der Milchstraße unterwegs. Dort, wo noch nie ein Mensch zuvor gewesen ist, gehen die Forscher von der Erde und der Marsianer Xutl ihrer Entdeckermission nach. Sie stoßen auf ein Sonnensystem, in dem gleich mehrere Planeten bewohnt sind oder einst bewohnt waren. Bei ihren Untersuchungen wirft der verschlagene Tierfänger Jack Hunter ihnen zahlreiche Knüppel zwischen die Beine. Zu spät erkennt Nick, dass Hunter hochtrabende Ambitionen hegt und vor keinem Mittel zurückschreckt, um seine Ziele zu erreichen.

Einmal mehr erweist sich Hansrudi Wäscher als Meister der großen, fast epischen Erzählung in Bilderform. Spannend und imposant, was er alles in sein achtes Nick-Abenteuer hineingepackt hat: ein Volk von Unterwasseratmern, die Hinterlassenschaften einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation, die Romanze zwischen einem Menschen von der Erde und einer außerirdischen Sternenkönigin, eine interstellare Dunkelwolke, einen intriganten Mörder, skrupellosen Diktator und reichlich Action. Vor allem aber die legendären Teleportationstore, für mich eine der faszinierendsten Ideen Wäschers, Jahrzehnte vor Star Gate.

Folgende Nick-Piccolos sind in den Roman eingeflossen: 94 Wir wollen umkehren, 95 Der Tod hat einen langen Arm, 96 Der geheimnisvolle Bogen, 97 Wahnsinnig, 98 Spurlos verschwunden, 99 Eine Welt zu Füßen, 100 Gefährliches Experiment, 101 Die Dunkelwolke, 102 Hinter Mauern, 103 Landung bei Nacht, 104 Gier nach Macht, 105 Ein gewagtes Unternehmen, 106 Bei den Rebellen, 107 Verhängnisvoller Ehrgeiz, 108 Auge in Auge mit dem Tod, 109 Waffenlos, 110 Die Maus, 111 Überlistet, 112 Eine merkwürdige Entdeckung, 113 Kampf ohne Gnade, 114 Das Sternenschiff wird vernichtet, 115 Der Tod ist in der Luft, 116 Siebenfache Übermacht, 117 Flucht ins All, 118 Mit in die Tiefe gerissen, 119 Im Vorhof der Hölle.